Was ist sexualisierte Gewalt?

Sexualisierte Gewalt ist ein Thema, über das in den letzten Jahren zwar häufiger und auch öffentlicher gesprochen wird, ein wirklich offener und realitätsnaher Umgang damit ist aber längst noch nicht erreicht. Es muss von einer hohen Dunkelziffer nicht angezeigter Straftaten ausgegangen werden, da sexuelle Übergriffe vor allem im sozialen Nahbereich stattfinden, d.h. dort, wo Frauen sich am sichersten fühlen: in der Familie, in Partnerschaften und im Freundeskreis. Die Betroffene und der Täter kennen sich meistens gut, und eine nahe stehende Person anzuzeigen ist oft mit Hemmungen verbunden und die Meldequote somit entsprechend gering.

Sexualisierte Gewalt beginnt dort, wo Mädchen und Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden. Das ist bereits dann der Fall, wenn sie bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um nicht beleidigt, belästigt oder bedroht zu werden. Bei sexualisierter Gewalt geht es nicht ausschließlich um die sexuelle Befriedigung des Täters, sondern Sexualität wird als Machtinstrument genutzt, um die andere Person zu erniedrigen und zu demütigen. Oft haben betroffene Frauen das Gefühl, sie treffe eine Mitschuld an dem, was ihnen widerfahren ist, oder sie schämen sich dafür.

Völlig unabhängig von ihrem Verhalten, ihrer Kleidung, ihrem Auftreten - die Schuld liegt allein beim Täter!

Niemand hat das Recht, Ihre körperlichen, seelischen und sexuellen Grenzen zu missachten.

Sexualisierte Gewalt kann Ihnen auf unterschiedliche Art und Weise begegnen. Es wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden:

  • Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (auch nach Einsatz von K.O.-Tropfen)
  • Sexualisierte Gewalt in Partnerschaft / Ehe
  • Sexuelle Belästigung (im Alltag, am Arbeitsplatz)
  • Sexualisierte Gewalt in der Kindheit
  • Digitale Gewalt (z. B. in sozialen Netzwerken)
  • Sexuelle Übergriffe durch professionell Tätige (wie z.B. Ärzt*innen, Lehrer*innen oder Therapeut*innen)

Neue Broschüre zu sexualisierter Gewalt

Die Broschüre richtet sich an Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung oder sexuellen Nötigung wurden. Sie liefert Betroffenen in dieser schwierigen Situation hilfreiche Informationen und unterstützt sie damit bei der Wahrung und Durchsetzung ihrer Rechte. Mehr

Dortmunder Unterstützer*innen der Kampagne "Stark für Frauen"

Herzlichen Dank allen Dortmunder Unterstützer*innen für Ihre Statements! Mehr